Musicalträume

Eine rauschende Musicalnacht im Bürgerhaus Assenheim

Die Theatergruppe Assenheim präsentiert die Gesangsgruppe Foyer Singers. Ein volles Haus spendet standing ovations

Es war ein warmer, schon recht sommerlicher Abend, den man gerne draußen im Freien verbringt. Und obwohl viele ähnliche Veranstaltungen im näheren Umfeld zeitgleich abliefen, strömten viele Zuschauer ins Bürgerhaus Assenheim, um die Foyer Singers kennen zu lernen, eine Gruppe von acht Sängerinnen und Sängern, die sonst auf der Bühne im alljährlichen Familienmusical der Theatergruppe Assenheim zu sehen und zu hören sind und nun ihre Gesangskünste erstmals in einer ganz eigenen Show präsentierten. In schlichtem Schwarz gekleidet, mit wenigen Accessoires und Requisiten und sparsamem aber äußerst effektvollem Lichtdesign angereichert, kamen das Repertoire, die Choreographie und ganz besonders die herausragenden Stimmen der jugendlichen und erwachsenen Protagonisten zur Geltung. Los ging es gleich mit einem fulminanten Ensemblegesang „Nur ein Tag“ aus dem Musical „Wicked“, das die außerordentliche Musikalität der Truppe bestens zur Geltung brachte. Es folgte ein zweistündiges nur durch eine kurze Pause unterbrochenes Programm von über zwanzig Songs aus Film und Musical, Träumerisches und Rockiges, Romantisches und Fetziges, Solos, Duette und Trios mit und ohne Hintergrundgesang – insgesamt ein überaus abwechslungsreiches Programm, das sich durchweg durch hohe Qualität auszeichnete. Die Moderationen übernahmen die Sängerinnen und Sänger selbst auf höchst individuelle und sympathisch lockere Weise.

Nach einigen Musicalhighlights u.a. mit Alexandra Faust („Ich hab geträumt“ aus „Les Miserables“) und Dennis Stehr („Engel aus Kristall“ aus „Die drei Musketiere“) hielt es das Publikum spätestens bei den Hit „Think“ aus dem Kultfilm „Blues Brothers“ mit Anita Eschborn, Ute Lichtenbergers Interpretation von „Big Spender“ aus „Sweet Charity“ und dem Enesemblesong „I will follow him“ aus dem Erfolgsfilm Sister Act kaum mehr auf den Stühlen. Im ganzen Saal wippten die Füße und klatschten die Hände. Mit den Songs aus dem Musical Elisabeth „Ich gehör nur mir“, eindrucksvoll interpretiert von Claudia Franosch, und „Boote in der Nacht“ , ein eindringlich und sehr einfühlsam gesungenes Duett von Katrin Heitmann und Markus Dickel , wurde wieder zu einem ruhigeren Teil des Abends übergeleitet. Als die gerade mal 11jährige Fabienne Lichtenberger dann sehr anrührend und innig das Lied der armen Straßenkinder in Paris aus dem Musical „Marie Antoinette“: „Blind vom Licht der Kerzen“ mit ihrer zwar kindlichen, aber bereits nahezu professionell klingenden Stimme sang, trieb es manchem Zuhörer die Tränen der Rührung in die Augen.

Auch der zweite Teil des Abends brachte zahlreiche bekannte Songs zu Gehör, die die Zuhörer immer wieder zum Mitklatschen und Mitsummen reizten und von den Sitzen riss. Hervorzuheben ist hier etwa das ungemein eindrucksvolle Trio „Einen Schritt zu weit“ aus dem Musical Aida, das von Ute Lichtenberger, Markus Dickel und Anita Eschborn mit äußerster Präzision und Emotionalität gesungen wurde. Die Begeisterung im Publikum war groß, als Katrin Heitmann in dem mit Komik und schauspielerischem Talent vorgetragenen Song „Ich brauch nen Mann der Jodeln kann“ aus „Der Schuh des Manitu“ einen Zuhörer zum Jodeln animieren wollte. Während dem unvorbereiteten Bühnenstar der Jodler nur ansatzweise gelang, begeisterte Markus Dickel mit professioneller Jodelkunst. Nach mehreren Ohrwurm-Stücken aus dem ABBA-Musical und „Hairspray“ war das Publikum keineswegs bereit, schon den Nachhauseweg anzutreten. Auch die Zugabe des gesamten Ensembles „Ich war noch niemals in New York“ aus dem gleichnamigen Musical von Udo Jürgens genügte nicht. Eine weitere Zugabe und ein kleines Bühnenfeuerwerk rissen die Zuschauer schließlich zu standing ovations und begeistertem Mitsingen hin. Von den Foyer Singers wird man in der Wetterau und der weiteren Umgebung sicher bald noch mehr hören und sehen können, meint Norbert Deforth, der die Gesangsformation in der Theatergruppe gegründet hat, und organisatorisch führt. Eine Gelegenheit wird es bald beim Hessentag in Oberursel geben, wo sie auf der Bühne des Landesverbands Hessischer Amateurbühnen e.V. mehrfach auftreten werden. Ebenso am 20. August 2011 beim Stadtfest in Assenheim.