Chronik

1979 fing alles mit einer sehr guten Idee engagierter Erzieherinnen im evangelischen Kindergarten in Niddatal/Assenheim an: Anlässlich eines Jubiläums wollten sie einmal die übliche Einstudierung eines Theaterstückchens der Kinder für die Eltern ersetzen durch ein Theaterstück, das die Eltern für die Kinder spielen. Schnell waren ein paar engagierte Eltern gefunden, die sich ins Zeug legten, Kulissenwände bemalten, sich nach Feierabend zu Proben zusammenfanden und kurze Zeit später den begeisterten und staunenden Kindern den guten alten „Räuber Hotzenplotz“ auf der Bühne lebendig werden ließen. Und nicht nur die Kinder waren begeistert, auch die Darsteller selbst. Es war ihnen schnell klar: Dabei darf es nicht bleiben. Im nächsten Jahr wird wieder Theater gespielt. Seitdem nimmt man sich jedes Jahr einen mehr oder minder bekannten Märchen- oder Kinderbuchstoff vor, arbeitet daran, macht ihn bühnentauglich und lässt die Geschichte dann vor der Zuschauerschar, die zunehmend nicht nur aus Kindern, sondern auch aus erwachsenen Theaterfreunden besteht, zur Bühnenwirklichkeit werden. Zu Anfang waren es die klassischen Stoffe, wie „Peterchens Mondfahrt“, „Die dumme Augustine“ und „Die kleine Hexe“, die verarbeitet wurden, dann auch weniger bekannte Titel wie „Ameley, der Biber und der verwirrte König auf dem Dach“ nach dem Theaterstück von Tankred Dorst, später nahm man sich Themen an, die die Kinder bereits aus Fernsehen und Film kannten, und dazwischen auch immer wieder den alten Märchen, die modernisiert, verfremdet und originell und neu gesehen wurden. Hinzu kamen dann auch eigene Ideen und daraus entstehende Bühnenstücke. Im Jahre 2002 gelang mit einem eigenen Stück dann der ganz große Erfolg: Die von den Autoren der Theatergruppe Assenheim geschriebene Geschichte vom bösen Mr. Alp, der den gutmütigen Traumboten gefangen nimmt und seitdem nur noch schlimme Albträume zu den Menschen schickt, die fortan nicht mehr gut schlafen können, wurde mit dem deutschen Kindertheaterpreis des Bundes Deutscher Amateurtheater ausgezeichnet. „Das Traumtor“ war zwar das erste vollständig eigene Familienmusical, aber keineswegs der Einstieg in Musicalproduktionen. Schon wenige Jahre nach der Geburtsstunde der Theatergruppe Assenheim hielt die Musik Einzug in die Theaterstücke, zunächst mit dem einen oder anderen Song, dann begleitet von ein, zwei Instrumenten, und im Jahr 1990 gab es dann das erste richtige Musical: „Dorothee im Zauberland“ mit eigener kleiner Band. Seitdem ist die Gruppe der Musiker Jahr für Jahr gewachsen und professioneller geworden. Die Songs für die jährliche Inszenierung werden mittlerweile eigens für das jetzt etwa 20 Musiker umfassende Orchester arrangiert. Eine Aufführung der Theatergruppe Assenheim ohne Livemusik ist nicht mehr denkbar. Auch auf der Bühne geht es immer professioneller zu. Fast alle Akteure bilden sich fort, nehmen Gesangs-, Tanz- und Schauspielunterricht, sowohl extern, als auch intern mit Unterstützung von Mitgliedern der Theatergruppe, die sich, nachdem sie als Amateure Theaterluft geschnuppert haben, einen Beruf im Theaterbereich gesucht haben und ihre beruflichen Fähigkeiten nun wieder an die Theatergruppe zurückgeben. Es könnten viele Namen genannt werden, ohne die die TGAss nicht wäre, was sie heute ist, doch das würde Platz und Zeit kosten. Aber ohne Norbert Deforth wäre die Theatergruppe tatsächlich nicht denkbar. Er ist der Einzige, der seit den Anfängen der theaterbegeisterten Kindergarteneltern bis heute dabei geblieben ist, der die Theaterarbeit geprägt hat, der immer wieder kreativ neue Ideen entwickelt, vorantreibt und auch umsetzt. Sei es die Stückeauswahl, die Organisation, der Kulissenbau, die richtige Besetzung, die Inszenierung, die Zusammenführung der verschiedenen Arbeitsbereiche – ohne ihn geht’s eigentlich an keiner Stelle. Bis heute nimmt sich die Theatergruppe Assenheim jedes Jahr eines neuen Bühnenstoffs an, fertigt daraus ein bühnentaugliches Skript, sucht Musikstücke aus, die das Stück zu einem Musical machen. Die Kulissen, die Kostüme, die Arrangements, die Choreographien und die Regie werden „handgemacht“. Alles wird zu einer abendfüllenden Inszenierung zusammengefügt und insgesamt sechzehnmal im Bürgerhaus Assenheim und im Dolce-Jugendstiltheater auf die Bühne gebracht.